Schlaf, Kindlein, schlaf…

Jeden Abend vor dem Schlafengehen, singen wir unserem kleinen Sohn ein Gutenachtlied. „Schlaf, Kindlein, schlaf…“ Er nickt süss ein und taucht dann ab in seine Traumwelt, um wieder neue Kraft für den neuen Tag zu tanken. Oder auch, um uns – bald schon wieder erholt –  in der Nacht auf Trab zu halten.

Bei Kindern ist dieser schläfrige Zustand ein unglaublich süsser Zustand. Sie hängen dann in den Armen der Eltern wie Koala-Bärchen in den Bäumen, nachdem sie ihren Eukalyptus verzehrt haben. Einfach zum Knuddeln.

Doch irgendwann werden die kleinen Wonneproppen grösser und grösser, bis sie eines Tages ihr Nest verlassen und in die grosse, weite Welt eintauchen. Im Alter von 18 Jahren sind sie dann – zumindest auf dem Papier – erwachsen.

Wenn ich aber so durch unsere Strassen der Stadt gehe, dann habe ich ab und zu das Gefühl, dass gewisse Menschen zwar grösser werden, aber innerlich nicht wirklich wachsen.

Ich beobachte ein älteres Paar im Restaurant bei einem Streit und frage mich, ob da wirklich zwei erwachsene Menschen miteinander diskutieren oder ob es nicht eher zwei Kleinkinder sind. Eine Strasse weiter entsorgt gerade ein weiterer dieser vermeintlich Erwachsenen seine Fastfood-Abfälle in Nachbarsgarten, und am Bahnperron schaue ich in die leeren Augen der Mitmenschen. Wo sind nur die glänzenden Kinderaugen hin?

In jedem Menschen steckt (s)ein Inneres Kind

Warum reagieren wir in gewissen Situationen so unkontrolliert? Warum verlieren wir so oft die Freude am Leben? In meinen Seminaren befasse ich mich oft mit diesem Thema. Meistens – um nicht zu sagen immer – stecken nicht verarbeitete Emotionen der Kindheit dahinter. In unserem Leben machen wir viele Erfahrungen: Mit unseren Eltern, die uns nach ihrem besten Wissen und Gewissen erziehen möchten. In den Schulen mit unseren Lehrern. Aber natürlich auch in all den anderen Begegnungen, wie mit unseren Kindergartengspändli, Schulkameraden, Liebespartnern und Freunden.

Aus all diesen Erfahrungen ziehen wir Schlüsse und formen uns selbst zu einem Menschen, der von aussen geliebt wird. Wir sind nicht mehr kindlich leicht und unbeschwert, sondern ferngesteuert durch die vermeintliche Liebe und Aufmerksamkeit anderer.

Verlernt zu fühlen

Auf unserem Weg durchs Leben wachsen wir äusserlich immer mehr. Wir holen uns Bestätigung im Aussen, durch materiellen Wohlstand, Komplimente, Siege im Sport, Beförderung oder gar durch das „Ich liebe dich“ von meinem Partner. Vieles basiert auf den Erfahrungen unsere Kindheit.

Warum wir dies tun ist auch ganz einfach erklärbar: Wir wollen geliebt sein. Und für dieses „geliebt sein“ werden wir alles tun –  wenn dies auch heisst, dass wir uns verbiegen müssen.

Niemand möchte alleine sein. Niemand möchte belächelt oder ausgegrenzt werden. Und dafür grenzen wir lieber uns selbst aus, ignorieren und unterdrücken unsere eigenen Wünsche. Wir geben sogar der Meinung anderer mehr Gewicht als unseren eigenen Gefühlen.

Und dann passiert es: Unsere wahren Zugänge und Gefühle schlafen ein. Sie schlafen ein wie das Kind, das abends durch die Eltern in die süssen Träume gewiegt wird. Nur mit einem Unterschied: Das Erwachen aus dem Schlaf wird am Anfang alles andere als sanft sein.

Wann wirst du erwachen? Wann bist du bereit, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, und nicht mehr nach der Pfeife anderer tanzen? Heute ist der richtige Tag für dich zu erwachen: Hier geht es zu unseren letzten Seminarplätzen im 2017: www.zurückzudir.ch

Von Herzen,

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