Nie mehr Sport! So lautete die Diagnose des Arztes. Das Leben knallte sie einfach so hin – und das einem 25-jährigen Leistungssportler!

Unser Protagonist war den Tränen nahe. Zuerst blieb er stark. Kaum war er aus dem Ärztezimmer raus, strömten sie wie Bäche über seine Wangen. „Nie mehr Sport“, hallte es in ihm nach. Er war am Boden zerstört – und ich mit ihm.

Doch da war etwas ihn im, das sich aufbäumte. Vielleicht war es die tiefe Erinnerung aus den ersten Monaten seines Lebens, als er so oft hingefallen war und am Schluss auf einmal gehen konnte, die ihm nun Kraft gab. „Nicht mit mir“, sagte er sich.

Die Stunde des Kämpfers

Aufgeben? Das kannte er nicht. Er rappelte sich auf und entschied sich zu kämpfen.

Ich wusste damals nicht so recht, ob ich mich ab seinem starken Willen freuen oder lieber laut rausheulen sollte. Das Leben hatte ihm einen Schuss vor den Bug gegeben, damit er endlich aus seinem Hamsterrad ausbricht und sich Ruhe gönnt. Nun sollte er doch endlich in sich gehen und nicht weiter vor sich selber davonrennen. Hätte er diese Kraft nur schon damals anderweitig genutzt! Aber anscheinend war es noch nicht an der Zeit.

Und ich? Ich begab mich einmal mehr in die Warteschleife.

Ja, er kämpfte sich zurück. Und wie. Er hatte seinen zweiten, sportlichen Frühling. Die Freude war zurückgekehrt. Für einen Moment hatte ich den Eindruck, dass er die Botschaft hinter der Notbremse verstanden hatte. Er näherte sich seiner Beziehung an und lernte zu schätzen, was er hatte.

Mit knapp 26 Jahren schien nun alles in die richtigen Bahnen zu laufen. Es kam Ruhe in sein Beziehungsleben, sportlich war er vernünftig unterwegs und im Job war er in der Selbständigkeit angekommen. Ziel erreicht – ein Mensch kann sich ändern!

Aber es kam noch besser.

Der Löwe erwachte.

Die Jahre vergingen, eine gewisse Ruhe kehrte ein. Er verdiente gut, sportlich konnte er sich verwirklichen und privat läuteten bald die Hochzeitsglocken. Die Erfolgswelle war zurück, und er ritt sie gekonnt. So sah es zumindest aus. Ich spürte aber, dass in ihm irgendetwas nach draussen drängte. Etwas, das tief in ihm drin war, und das er zu dieser Zeit nicht selber erkennen konnte. Es schlummerte ihn ihm wie ein Löwe im Käfig, der auf den Moment wartete, wenn sich das Gittertor öffnete.

Kurz nach der Hochzeit öffnete sich dieses Tor.

Wo die Liebe hin fällt

Es war keine Absicht dahinter, davon bin ich überzeugt. Es war ein dummer Zufall. Oder eben Schicksal, wie er es später nannte. Auf alle Fälle war es jenes Ereignis, das für den grossen Umbruch seinem Leben sorgte.

Es war symbolisch für seinen Lebenswandel, dass die Wende durch eine Frau herbeigeführt wurde.

Sie war so gar nicht sein Typ. Anders als alle andern. Wunderschön, aber anders. Es war zu Beginn nicht ihr Äusseres, das ihn in den Bann zog. Es war etwas anderes. Etwas, das er selbst noch nicht wusste, was es war – ja nicht mal spürte.

Es war ihre ganze Erscheinung.

„Es ist keine Liebe! Auf keinen Fall!“, liess er mich immer wieder wissen. „Ich bin verheiratet und sie ist in einer glücklichen Beziehung“, sagte er. Das sollte doch klar genug sein. „Zudem habe ich mich bereits entschieden, diesen Weg mit meiner Frau zu gehen“. Punkt.

Natürlich liess ich ihn in diesem Glauben. Ich spürte aber, dass es anders kommen würde.

Wo führte die Liebe unseren Protagonisten schlussendlich hin? Das erfahrt ihr am nächsten Sonntag, im vierten und letzten Teil der Geschichte.

Eine tolle Woche wünscht euch,

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PS: Hier findest du zum ersten und zum zweiten Teil der Geschichte.