An meine Mutter: „Wenn Mütter Blumen wären, wärst du die eine, die ich pflücken würde.“

Heute ist Muttertag. Gerne möchte ich diesen Blog den Müttern dieser Erde widmen.

Lange war mir nicht bewusst, was es heissen muss, Mutter zu sein. Erst seit kurzem – besser gesagt, seit rund zwölf Wochen –  habe ich einen neuen Blickwinkel erhalten. Ich bin selbst Vater geworden und darf die Liebe meiner Lebenspartnerin zu unserem Kleinen aus nächster Nähe erleben.

Vater werden – Mutter sein
Mit der Geburt unseres kleinen Noahs hat sich die Welt für mich verändert. Eben noch war ich frei und unabhängig, dann war auf einmal eine Verantwortung da, die ich vorher so nicht gekannt hatte.

Auf einmal richtet sich dein Tagesablauf nach einem kleinen, neuen Erdenbürger. Zumindest für die ersten Tage, vielleicht Wochen. Doch als Vater holt dich die Arbeitswelt schon sehr bald wieder ein. Man(n) tauscht den Wickeltisch und die Windeln wieder gegen den gewohnten Schreibtisch und den Laptop.

Klar, man kommt noch seinen väterlichen Pflichten nach, wechselt mal die Windeln oder gibt den Schoppen, doch es bleibt noch immer genügend Zeit für ein eigenständiges Leben –  mit Beruf, Sport, Freizeit und Freunden.

Der geschätzte Alltag ist für die Väter bald wieder zurück.

Ganz anders sieht es bei den Müttern aus. Ein Kind kümmert sich in den ersten Monaten nicht wirklich darum, was seine Mama möchte. Es will essen, trinken, Liebe, saubere Windeln und dazwischen schlafen. Doch nicht nur in den ersten Monaten, auch später ist Mami im Mittelpunkt. Es wird gekocht, geputzt, getröstet – Mama ist die Beste. Zumindest so lange, wie sie dies tut, was den Kleinsten am Herzen liegt.

Ich war wirklich erstaunt, als ich bei meiner Lebenspartnerin sah, was es bedeutet, Mutter zu sein. Ein 24-Stunden-Job, während 7 Tagen die Woche. Und ja, auch wenn der Mann seinen Anteil zur Familie beiträgt: Das Leben der Mutter hat sich um 180 Grad gewendet.

Ob sie schneller oder etwas später wieder in den Berufsalltag zurückkehrt: Die Mutter bleibt immer die Mutter. Auf eine Art mit ihrem Kind verbunden, wie es wohl keine zweite Verbindung gibt. Sie ist immer für ihr Kind da. Sie wird immer wieder enttäuscht, verlassen und von neuem geschätzt und gebraucht werden.

Egal, wie fest sie sich Mühe gibt, am Ende wird ihre Arbeit, ihr Engagement, ihre Liebe und ihre Zuneigung nicht im Entferntesten so sehr geschätzt, wie sie es verdient hätte.

Auch ich hatte dies bisher viel zu wenig getan. Oft hatte ich mein „Mami“ nicht verstanden. Zum Beispiel, wenn sie mich als kleinen Jungen vor der Schule noch küssen musste, als mir dies schon längst peinlich war. Oder, als sie mich immer wieder nach meinen Erfahrungen mit Mädchen gefragt hatte, oder wie es mir in der Schule ergangen sei. Ich hatte meine Mutter selbst dann nicht verstanden, als sie geweint hatte, als ich mich mit 21 Jahren auf die mehrmonatige Reise in die grosse, weite Welt hinaus machte.

Heute verstehe ich sie – zumindest zum Teil – und weiss, ihre unglaubliche Zuneigung und Liebe zu schätzen.

Wir haben noch einige Jahre zusammen, und ich werde diese gemeinsam mit ihr geniessen.

Besonders heute, am Muttertag. Das verspreche ich dir, Mami.

Von Herzen – Dein Sohn,

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