Diese Woche erreichte mich eine wunderbare Mail von einer Leserin meines Blogs, die den Artikel zum Thema Dankbarkeit gelesen hatte. Die Nachricht war offen, ehrlich und direkt geschrieben, wofür ich sehr dankbar bin. Sie hat mir aufgezeigt, dass meine Blogs auf Interesse stossen und zu weiteren Überlegungen anregen.

Gerne möchte diese Nachricht mit dir teilen.

In den Augen dieser Leserin führe ich ein perfektes Leben. Sie meint, bei mir laufe alles rund. Deshalb sei es auch einfach für mich, dankbar zu sein. Vordergründig möchte ich ihr recht geben. Es ist einfach, für ein Leben dankbar zu sein, in dem es rund läuft. Aber dahinter steckt auch die Frage, wie es überhaupt so weit gekommen ist, dass einem das Leben so viele Geschenke macht.

Wer in den letzten Monaten meinen Blog verfolgt hat oder wer meinen Lebensweg kennt, der weiss, dass auch bei mir nicht immer alles rund gelaufen ist. Auch ich musste durch tiefe Täler schreiten, und ja, auch ich habe mal Sche… gefressen, wie man so schön sagt.

Es gab viele Tage, an denen ich meine Lebenssituation verflucht hatte. Meinen Job, meine Trauer, meine Wut, meine vermeintlichen Freunde – das ganze Leben. Wenn du unten bist, ist es nicht einfach, dankbar zu sein, auch wenn es noch tausend Dinge gibt, für die du dankbar sein könntest. Wenn du ganz unten bist, magst du dies nicht hören. Du stellst dich quer und verbarrikadierst dich, um ja keine andere Meinung an dich heranzulassen.

Irgendwann aber musst du dich wieder bewegen. Und das war das Entscheidende, was ich getan habe.

Die Stunde wird kommen, wo auch jeder wieder aus seinem Mauseloch kriechen muss. Vielleicht nur, um an der nächsten Tankstelle die wichtigsten Dinge für die folgenden Tage zu kaufen. Vielleicht aber wagst du dich auch ein Stück weiter vor. Vielleicht wirst du mutig genug sein, um deine Sicht einmal nach innen zu richten. Anstatt nach Fehlern und Schuldigen zu suchen, beginnst du damit, nach Lösungen zu forschen.

Ob du es gerne hörst oder nicht: Dein heutiges Leben ist die Realität deiner Taten in der Vergangenheit.

Lange wollte ich all dies nicht sehen. Es ist mir bewusst, dass viele von euch jetzt den Kopf schütteln und sich selbst lieber als Opfer sehen. Sie wollen die Schuld auf die mangelnde Liebe der Mutter oder des Vaters schieben, auf ihre verlogenen Freunde, auf ihren Chef, ihren Job oder ihr ganzes Leben.

Die Wahrheit aber liegt in der Ehrlichkeit zu dir selbst. Der Schlüssel dazu heisst: Niemand trägt Schuld.

All den Dingen, die passiert sind, liegen Entscheidungen zu Grunde – von dir und von anderen. Heute zeigt dir das Leben nun, ob diese Entscheidungen auf nahrhaften Boden gefallen sind, oder, ob es vielleicht noch das eine oder andere zu korrigieren gibt.

Ja, ich gebe denen recht, die auf mich zeigen und sagen, ich hätte gut reden. Ich habe ein schönes Leben als Coach auf Ibiza, auf Bali und in der Schweiz. Ich habe eine liebevolle Frau an meiner Seite und einen gesunden, prächtigen Sohn. Mein Leben ist wunderschön. Doch vergesst eines bitte nicht: Ich bin durch Schmerz gegangen, als ich mich für meinen Weg entschieden habe. Ich habe in meiner Kindheit viele Dinge durchleben müssen: sexuelle Übergriffe, den Ausschluss durch meine Freunde, schwierige Themen mit meiner Mutter, meinem Vater, meinem Bruder und anderen Familienangehörigen. Als Erwachsener, nach meiner Scheidung, war ich am Boden. Ich stand alleine da. Ich hatte niemanden mehr.

Aber ich bin wieder aufgestanden und nach vorne gegangen.

Es war richtig anstrengend und überaus unangenehm. Über mehrere Jahre hinweg bin ich auf diesem Weg nach vorne gegangen. Und siehe da: Nach vielen Monaten und zahlreichen Schmerzen, die ich überwinden durfte, führe ich heute ein Leben voller Sonnenschein.

Für dieses Leben bin ich genauso dankbar wie für das Mail dieser Leserin, die mir Anfang der Woche geschrieben hatte. Durch diese Begegnungen wachsen wir weiter. Auch ihr werdet wachsen, meine lieben Leserinnen und Leser, wenn ihr euer Leben auf die Dinge lenkt, die in euch stecken.

Danke für alles.

Von Herzen,

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PS: Lerne auch du, positive Dinge in dein Leben zu ziehen, und dankbar dafür zu sein. Mehr erfährst du hier.