Bereits um sechs Uhr klingelte gestern mein menschlicher Wecker namens Noah. Ich kämpfte mich etwas müde aus dem Bett und torkelte ins Kinderzimmer. Wie jeden Tag, schenkte mir der Anblick meines kleinen Sohnes viel Energie. Jeden Tag, wenn ich an sein Bettchen trete, strahlt er mich an. Nicht ab und zu oder häufig – nein, immer. Er ist einfach dankbar, hier sein zu dürfen. Babys und Kleinkinder haben das noch. Wann ging das eigentlich bei uns verloren?

Gölä hatte mal einen Mundart-Song mit dem Titel „Uf und dervo“. Ich finde ihn treffend, wenn ich durch die Strassen unserer wunderschönen Heimat schlendere. Der Anfang auf Schweizerdeutsch geht so: „Tuen ich am Morge s‘Fenschter uf, isch alles grau und nass. Me gseht keini Mensche meh, nur na Schirme schuene dür d‘Gass. Dr Himmel voll Wulke, u es regnet was abe mag, nume na im Schoufenster vom Reisebüro schiint d‘Sunne na.“

So sieht es oft in den Gesichtern der Menschen aus, welche meinen Weg kreuzen. Wo sind nur die lächelnden Gesichter ihrer Kindheit hin?

Ganz anders sieht es da aus, wenn ich mich mit meinen engsten Freunden treffe. Hier sehe ich offenherzige Menschen mit Ausstrahlung. Klar, nicht immer nur lächelnd, aber sehr, sehr oft gut gelaunt. Auch wenn mal ein Tag nicht optimal läuft, sehen sie das Positive in ihrem Leben. So auch mein gestriges Treffen mit meinem guten Freund Tobias. Unsere Wege haben sich ganz magisch gekreuzt: Auf dem Standesamt in Zürich. Wir waren beide nicht wegen des Heiratens dort, sondern wir wollten unserer Vaterschaften anerkennen lassen. Er mit seiner Partnerin für seine frisch geborene Katy, ich für unseren kleinen Sohn Noah. Beide gingen bei ihrem ersten Amtsbesuch mit leeren Händen heim. Beide bekamen die Anerkennung nicht, da wir ein Dokument vergessen hatten. Nun würden viele über die Stadt schimpfen, die Umstände, die Regeln oder was auch immer. Wir beide aber tauschten unsere Nummern. Was daraus nun für eine Freundschaft entsteht, ist dafür ein umso grösseres Geschenk.

Danke dafür, liebes Universum.

Und so traf ich Tobias gestern wieder zu einem gemütlichen Mittagessen an der Limmat. Wir wollten im ersten Restaurant einen Tisch nehmen, aber da kam auch gleich ein älteres Paar und wollte den gleichen Tisch. Wir lassen freundlich den Vortritt. Für uns kein Wunder, dass wir gleich nebenan im voll besetzten Restaurant den besten Tisch an der Sonne mit etwas Schatten erhalten, weil sich dort gerade eine Familie verabschiedete. Timing würden die einen sagen. Wir sagen dem: „Das Leben spielt für uns.“

Tobias und ich sind sehr ähnlich gestrickt. Für einige sind wir vielleicht sogar eine Spur zu spirituell veranlagt. Wir sehen in vielen Dingen das Positive, bedanken uns für alles, was wir im Leben haben oder eben auch nicht haben. Die einen belächeln das, die anderen finden es cool. Wir beide wünschen jedem, dass er dies auch so leben könnte, denn das ist der Schlüssel zum Glück. Doch wie wendet man diesen Schlüssel an?

Nun, ganz einfach: Man ist dankbar. Für alles. Ich bin dankbar, dass ich gesund bin, das ich einen Parkplatz gefunden habe, dass ich ein Dach über dem Kopf habe. Dass ich in der Schweiz leben darf, und, dass ich im Restaurant immer den besten Kellner erwische. So auch gestern nach dem Essen. Wir schlendern noch dem Seebecken entlang und geniessen im „Kiosk am See“ einen Kuchen mit Kaffee. Der Kellner ist super nett und aufgestellt. Er berät uns kurz zum Dessertangebot. Beide Empfehlungen sind jeden Cent wert. Yummy!. Wir bedanken uns natürlich und geben auch ein Trinkgeld dazu.

Auf dem Nachhauseweg inspiriert mich Tobias mit etwas Besonderem.

Wie bereits erwähnt, sind wir sehr dankbare Menschen. Wir hinterlassen zum Beispiel dem Putzpersonal im Hotel ein Trinkgeld und bedanken uns bei unseren Frauen, dass sie täglich für unsere Kids und uns da sind. Wir grüssen den Hauswart freundlich und bedanken uns für den sauberen Service im Haus oder machen dem Postangestellten auch mal in Kompliment für die geleistete Arbeit.  Doch gestern hat mir Tobias etwas erzählt, was nicht mal ich mache. Das hat mich inspiriert.

Auf jedem Flug schreibt er der Crew eine Dankeskarte und bringt ihr ein kleines Geschenk mit. Nicht, um eine Gegenleistung dafür zu erhalten dafür, nein. Einfach, um ihren Service zu schätzen. Er bedankt sich auf eine spezielle Art und Weise, um den Menschen ein gutes Gefühl zu vermitteln. Einfach so. Bedingungslos. Ist das nicht fantastisch?

Ich finde das einzigartig und habe mir vorgenommen, das auch mehr zu tun. Heute Abend fliege ich für mein ZURÜCK ZU DIR Seminar nach Ibiza mit der krisengeschüttelten Air Berlin Group. Das Personal von Air Berlin musste sich bestimmt einiges anhören über die letzten Tage hinweg. Dennoch verwöhnt es seine Gäste weiterhin auf jedem Flug.

Grund genug, mich dafür zu bedanken – mit einer Karte und einem kleinen Geschenk. Auf diesen Flug freue ich mich nun riesig! Ich erzähl euch dann, wie es war.

Wie dankbar bist du?

Happy Sunday euch allen, und danke für eure Treue.

Von Herzen,

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PS: Lerne auch du, positive Dinge in dein Leben zu ziehen, und dankbar dafür zu sein. Mehr erfährst du hier.