Alles kommt zu dir zurück

Diese Woche hatte ich wieder mal ein Erlebnis, welches ich mit dir teilen möchte…

Im Buddhismus lehrt man die Reinkarnation, also die Wiedergeburt. Ob man daran glaubt oder nicht ist nicht mal so relevant, schön finde ich die Verbindungen, welche dieser Glauben hier zu unserem irdischen Leben macht. So auch die Lehre darin, dass wir immer achtsam mit unseren Gedanken umgehen sollen, denn erstens steuern diese, wie sich unser Leben entwickelt und zweitens, so steht es in den Büchern des Buddhismus geschrieben, wird der letzte Gedanke den ich denke vor meinem Tod, mein neues Leben bestimmen. Da wir zum Glück nicht wissen, wann unser letztes Stündchen geschlagen hat, will uns diese Weisheit sagen, dass wir uns in jedem Moment unserer Gedanken bewusst sein sollten und zugleich nur gutgemeinte Gedanken über uns und andere haben sollten. Dass dies jedoch nicht so einfach ist, das habe ich diese Woche wieder erfahren dürfen.

Ich war wieder mal mit meinem Kleinen unterwegs. Wer selbst Kinder hat, weiss was man da so alles mitschleppt. Wickeltasche, Ersatzkleider, Znüni, Mittagessen und zVieri und natürlich auch den Kinderwagen, welcher zwar die Schlepperei erspart, aber das ÖV fahren nicht unbedingt vereinfacht. Ich gebe zu, wir waren schon etwas spät dran, dazu kam das Kwängeln des Kleinen. Meine Nerven waren also bereits etwas strapaziert. Auf dem Weg zur Tramhaltestelle fährt das Tram soeben ein, dass ich mich entschied mit einem kleinen Sprint, dieses noch zu erwischen. Der Einstieg mit dem Kinderwagen ist jeweils ganz hinten. So zwinkerte ich dem Trampiloten zu und zeigte an, dass ich das Tram gerne nehmen würde. Er zuckte mit den Schultern, was mir zeigte, dass er meine Message verstanden hatte. Ich rannte also am Tram vorbei und ganz hinten angekommen, verschloss der Chauffeur die Türen und fuhr ab. Ich traute meinen Augen nicht. War das jetzt wirklich wahr?

Innerlich brodelte es in mir. Meine Gedankenwelt war wirr und aggressiv. Was für ein ignorantes A…? Am liebsten hätte ich ihm den Finger gezeigt. Ich war richtig wütend. Da das nächste Tram erst in 8 Minuten fuhr, entschloss ich mich zu Fuss zu gehen. Während dem Spaziergang malte ich mir aus, dass ich zur Endstation fahre und ihm dort meine Meinung sagen würde. Ich führte innerlich bereits den Dialog: Dass er seinen Job ja genau dank Leuten wie mir hat. Ich mit meinem Ticket indirekt seinen Lohn finanzieren würde. Und und und… Dies ging rund 5-6 Minuten so weiter, doch dann wurde mir bewusst, dass ich innerlich richtig angespannt und aggressiv war. Dieses Gefühl war ätzend und innerlich auffressend. Möchte ich wirklich so mit mir umgehen? Und auf einmal veränderte sich was in mir…

Meine Gedanken wandelten sich. Ich versetzte mich in die Lage des Trampiloten. Wievielmal am Tag hätte er wohl so eine Situation? War er vielleicht auch im Zeitdruck? Und vor allem auch: Wie mag sein Leben sein? Auf einmal ging mir ein Licht auf und ich sah vor meinem inneren Auge ein Film ablaufen. Ein Film mit folgendem Inhalt und Ausgang:

Was wäre, wenn ich wirklich meiner Wut die Überhand gegeben hätte. Dies hätte in etwa so aussehen können: „Ich wäre an die Tramhaltestelle gekommen. Hätte meinen ganzen Frust und Aggression an ihm ausgelassen. Mit dieser Wut im Bauch wäre er los gefahren. Hätte diese irgendwann an einem nächsten Fahrgast weiter gegeben. Dieser steigt aus und lässt die Wut im Office an einem seiner Mitarbeitenden aus. Der Angestellte ist frustriert und platziert die Wut beim Mittagessen bei der Kellnerin, sie wiederum beim nächsten Gast. Dieser Gast arbeitet im Bio-Laden gleich um die Ecke, wo ich immer meine Einkäufe mache, so auch an diesem Abend. Den Vorfall vom Morgen habe ich längst vergessen, als ich in diesem Bio-Laden meine Einkäufe tätige. An der Kasse treffe ich auf eine frustrierte und leicht aggressive Angestellte. Sie lässt mich dies förmlich spüren. Schnippisch und mit leicht aggressivem Ton bedient sie mich. Innerlich spüre ich, wie mich dies wieder aufwühlt und auch wütend macht. Das Gedankenkarussell beginnt: mach doch einen Job den du liebst. Diesen Laden besuche ich wohl besser nicht mehr. Die ist doch einfach frustriert. Und schon bin ich wieder im Gefühl der Wut zurück, welche ich am Morgen doch bereits erlebt hatte. Was für ein mieser Tag! Was für eine unfreundliche Welt.“ Und so schliesst sich der Kreis. Die Wut ist zurück bei mir.

Denk daran, alles was du aussendest, kommt irgendwann zu dir zurück. Egal ob Wut, Liebe, Neid, Eifersucht, alles kommt in irgendeiner Form, irgendwann zurück. Darum mein Tipp an dich: beobachte deine Gedanken und halte deinen Geist klar, er ist deine Befreiung und dein inneres Gefängnis zu gleich.

Am Abend war ich wirklich in diesem Bio-Laden. Die Verkäuferin war freundlich wie immer und schenkte mir beim Verlassen des Ladens ein herzliches Lächeln. „Was für ein schöner Tag“, denke ich und mache mich auf den Weg nach Hause zu meiner Familie.

Sei du die Veränderung in dir. Dein Geist kannst du mittels Meditation stärken und beruhigen. Erlebe wie dies geht und dir Ruhe schenken kann. Unser nächster Meditationsabend in Zürich findet am Freitag, 13. April statt. Wäre schön dich da antreffen zu dürfen.

Von Herzen

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